Arbeitssuche und Spezialisierung als Übersetzer – so kann man sich schon früh orientieren


Als Berufseinsteiger hat man es nicht gerade leicht. Nach der Uni dauert es oft Monate bis man einen Job findet. Das ist in der Übersetzungsbranche nicht anders. Daher sind zwei Dinge schon während des Studiums immens wichtig.

 

1. Praktika während des Studiums

 

Ich selbst habe vor Kurzem erst ein Praktikum in einem Übersetzungsbüro für Media Translations gemacht. Dabei durfte ich an der Übersetzung audio-visueller Medien mitarbeiten und habe unglaublich viel über die Arbeitsabläufe gelernt.

 

 

Ein Praktikum bringt euch den Alltag eures (vermeintlichen) Traumberufes so viel näher, dass ihr nach relativ kurzer Zeit oft schon wisst, ob dieser Job wirklich etwas für euch ist oder eben nicht. Denn von außen sehen viele Berufe glamouröser und spannender aus als sie letzten Endes wirklich sind. Das Praktikum ermöglicht ein Hereinschnuppern in den Job, das Unternehmen und schlussendlich auch in die ganze Branche. Man lernt interne Abläufe kennen, tauscht sich mit bereits erfolgreichen Angestellten aus, die sich ein paar Stufen höher auf der Karriereleiter befinden und bekommt ein Gespür für die Branche.

 

 

Man nimmt aber auch eine gehörige Portion neues Wissen mit nach Hause. Im Übersetzungswesen nutzt man in der Regel nicht Word oder andere allgemein bekannte Software. Man benutzt besondere Programme und wenn es später so weit ist, dass man seine ersten Bewerbungen für einen Job nach der Uni schreiben darf, kann es nicht schaden, wenn man bereits Erfahrungen mit dem ein oder anderen Programm vorweisen kann. Ein berufsrelevantes Praktikum ist sozusagen das Sahnehäubchen auf eurem Lebenslauf.

 

 

2. Spezialisierung

Wer auf einen bestimmten Bereich spezialisiert ist, der kann Aufgaben übernehmen, die sonst kaum jemand abdecken kann. Das gilt im Übersetzungsjob genauso wie in so ziemlich jedem anderen Bereich. Die Möglichkeiten einer Spezialisierung im Übersetzungswesen sind zahlreich. Deswegen möchte ich euch nur kurz ein paar Richtungen vorstellen, die ganz anders sind als die Medienübersetzungsbranche, die ihr schon aus meinem Praktikumsbericht kennt.

 

Medizinische und naturwissenschaftliche Übersetzungen

Dieses Fachgebiet erfordert schon ein wenig Verständnis der zugrundeliegenden Wissenschaften. Davon mal ganz abgesehen, benötigt man ein sehr umfangreiches Fachvokabular, mit dem der gemeine Übersetzer kaum aufwarten kann. Wenn man sich schon früh für diese Richtung interessiert, könnte es ganz hilfreich sein, ein entsprechendes Nebenfach im Studium zu wählen. Dabei ist auch zu bedenken, dass Englisch die Wissenschaftssprache Nummer 1 ist. Physik und Anglistik ist vielleicht eine abgefahrene Kombination von Studienfächern, aber genau das bringt uns zurück zum ersten Punkt: Spezialisierung ist der Schlüssel.

 

Technische Übersetzungen

Wenn ein neues Produkt auf den Markt kommt, wird es selten nur in einem einzigen Land angeboten. Daher werden Dokumente wie etwa Gebrauchsanweisungen in vielen Sprachen benötigt. Viele Übersetzungsbüros sind auf die rein technische Übersetzung spezialisiert, da der Markt so groß ist. Um hier Fuß zu fassen, ist technisches Verständnis eine wichtige Voraussetzung. Solltest du dieses nicht mitbringen, ist diese Spezialisierung nicht die richtige für dich.

 

Juristische Übersetzungen

Auch hier wächst der Bedarf an Übersetzungen unaufhörlich. Daher werden auch hier ständig kompetente Übersetzer gesucht. Allein innerhalb der Europäischen Union müssen sämtliche Gesetzestexte in Deutsch, Englisch und Französisch verschriftlicht werden, da ein sogenanntes Dreisprachenregime herrscht.

 

 

Das war nur eine winzige Auswahl an Spezialisierungsgebieten, es gibt unzählige mehr und sicher ist auch das richtige für dich dabei. Werde zu einem "perfect fit" als Übersetzer für deine Kunden und spezialisierte Agenturen und du wirst leichter Aufträge finden.

 


Bild: ©istock.com/onurdongel

 


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