Vor- & Nachteile der Selbstständigkeit - Dein Einstieg als Übersetzer!


Selbstständig ?

... ODER  Angestellt?


 

 

Aller Anfang ist schwer… und da ist oft wirklich was dran!

 

 

Nach einem Übersetzerstudium, oder über welchen Weg auch immer du zum Übersetzen als Hauptberuf gekommen bist, steht erst mal die Entscheidung an, ob du freiberuflich arbeiten willst oder im Angestelltenverhältnis. Welche Vorteile haben die beiden Optionen? Welche Nachteile? Das habe ich für dich in diesem Artikel mal zusammengefasst.

 

Wie du eine Festanstellung suchst weißt du wahrscheinlich, aber wie du an deine ersten Aufträge als selbstständiger Übersetzer kommst, ist schon eine schwierigere Sache! Auch das sehen wir uns am Ende des Artikels mal genauer an.

 

 

Freelance oder IN HOUSE-TRANSLATOR?

 

In-House Translator bzw. Übersetzer (so werden die fest angestellten Übersetzer in einem Unternehmen genannt) sind relativ selten, die meisten Übersetzer arbeiten als Freelancer bzw. Freiberufler, also selbstständig.

 

Aber natürlich ist es nicht unmöglich eine Festanstellung zu bekommen! Dabei kommt es auch auf die Sprachkombination und dein Fachwissen in bestimmten Gebieten an.

 

Wenn du dir die Selbstständigkeit auf keinen Fall für dich vorstellen kannst, gibt es andere Möglichkeiten, wie z.B. als Projektmanager oder Proofreader in einer Übersetzungsfirma zu arbeiten und damit ein gesichertes Gehalt jeden Monat zu verdienen.

Dabei übersetzt du nicht direkt, aber du hast die Verantwortung eines Übersetzungsprojektes von Anfang bis Ende und erledigst z.B. das Korrekturlesen und die Qualitätsprüfung.

 


VOr- & NAchteile als Freiberufler

 

Für alle, die es eilig haben, hier die Zusammenfassung in der Tabelle (Erklärungen folgen darunter).

 

Vorteile

  • Selbstbestimmung (WO & WIE du arbeitest)
  • Freiheit / freie Zeiteinteilung
  • Geld: deine harte Arbeit reflektiert sich direkt in höherem Gehalt
  • Kreativität: Alles liegt in deiner Hand. Du entscheidest was du tust, welche Projekte du annimmst und mit wem du arbeitest
  • Verantwortung: Du bist für alles verantwortlich, das kann ein Vorteil, aber auch eine Herausforderung für den ein oder anderen sein

 

Nachteile

  • Kosten: Versicherungen, Altersvorsorge usw.
  • Organisation/ Papierkram: Buchhaltung, Steuererklärung komplizierter
  • Anfangsschwierigkeiten: Oft ist die erste Zeit die schwierigste und erfordert Durchhaltevermögen
  • Unsicherheit: keine Voraussage über deine Auftragslage/ Verdienst pro Monat
  • Zeit: Oft arbeitest du erstmal mehr als in einer Festanstellung
  • Arbeitszeiten: Unvorhersehbar, es kann sein, dass du auch kurzfristige Projekte am Wochenende annehmen musst

Nochmal ausführlich!

 

Der wahrscheinlich größte Vorteil: Du bist dein eigener Boss und kannst bestimmen wann, wo und wie du arbeitest!

Und wenn du dir erst mal einen guten Kundenstamm aufgebaut hast, kannst du sogar entscheiden was, also an welchen Projekten, du arbeiten möchtest!

 

Du hast die Verantwortung für Alles (was für den einen ein Vorteil und für den anderen eine Herausforderung sein kann) und hast die Möglichkeit mehr Geld zu verdienen, wenn du dich reinhängst!

 

Du hast die Freiheit, dir Urlaub zu nehmen wann du möchtest, bist flexibel und bist auf niemanden angewiesen. 

 

ABER… von Nichts kommt Nichts (ja, noch so ein Sprichwort), aber es stimmt: Wenn du als Freelancer nicht arbeitest, kommt dein Projekt nicht voran und du verdienst kein Geld.

Du kannst dir theoretisch also frei nehmen, wann du möchtest, aber praktisch gesehen, wird das gerade am Anfang wohl nicht so einfach sein, da du dir erst mal einen Namen machen musst oder einen Kundenstamm aufbauen musst, mit dem du planen kannst.

 

Als Angestellter sieht die ganze Sache anders aus, du bekommst das gleiche Gehalt egal ob du 40 Stunden super konzentriert durcharbeitest oder ob du einen Tag einfach mal nur im Bürostuhl sitzt und im Internet surfst.

 

Ein weiterer Vorteil als Angestellter sind die Versicherungen, die der Arbeitgeber (teilweise) mitträgt. Als Selbstständiger musst du selbst für Krankenversicherung, Altersvorsorge o .Ä. aufkommen und dich darum kümmern. Das ist oft ein Dschungel an Angeboten, bei denen man erstmal das beste für sich herausfinden muss.

 

Auch die Steuererklärung als Freiberufler ist komplizierter und verlangt evtl. professionelle Hilfe, die wiederum Geld kostet, das verdient werden muss.

 

Du siehst, das Leben ist gerade anfangs nicht einfach als Selbstständiger, es kann sein, dass du erstmal mehr als die normalen 40 Stunden/ Woche arbeitest und dabei schlecht verdienst.

 

Jeder muss persönlich für sich entscheiden, ob es ihm das Wert ist.

 

Für mich persönlich ist die selbstbestimmte Arbeit sehr wichtig und ich bin überzeugt, dass man mit guter Arbeit nach und nach auch beständige Kunden anzieht. Etwas Geduld kann da aber sicher nicht schaden.

 

 

Einstieg als Übersetzer

 

Du willst dich selbstständig machen und fragst dich, wie du an deine ersten Aufträge kommst?

Super, dann gucken wir uns die Möglichkeiten mal an…

 

 

1. Online Plattformen für übersetzer

 

Es gibt online Plattformen auf denen zahlreiche kleinere und größere Jobs angeboten werden.

 

Die größte zur Zeit ist (glaube ich) Upwork (früher "Elance-Odesk").

 

Hier kannst du dich mit deiner Steuernummer anmelden und erstellst ein attraktives Profil für mögliche Kunden.

Dabei gibst du deine Sprachkombinationen an, Details zu deiner Ausbildung und deine Fachgebiete und Fähigkeiten. Die Seite vermittelt nämlich nicht nur Übersetzer, sondern auch viele andere Tätigkeiten, die online erledigt werden können.

 

Die Bezahlung folgt über Upwork und ist damit abgesichert. Für den Vermittlungsservice nimmt Upwork eine Kommission, die von dem Preis des Gesamtauftrages abhängt (mehr Infos bekommst du hier: https://www.upwork.com/i/how-it-works/freelancer/ )

 

Weitere Plattformen, die ähnlich funktionieren, sind:

 

Sie sind eine Möglichkeit mit Kunden in Kontakt zu kommen und wenn du einen Auftrag gut erledigst kann sich daraus eine weitere Zusammenarbeit ergeben.

Das ist super, da du den Auftrag dann direkt von der Firma bekommen kannst und nicht durch eine dazwischen geschaltete Agentur, die natürlich auch wieder Geld nimmt und damit dein Gehalt verringert.

 

 

Ein weiterer Tipp ist, dir ein aussagekräftiges Profil auf einschlägigen Webseiten anzulegen.

Ich empfehle dir:

  • für den deutschen Markt: Xing
  • für den internationalen Markt LinkedIn.

 

Dort kannst du deine Arbeitserfahrung dokumentieren, deine Fähigkeiten von Kunden bestätigen lassen und Weiterempfehlungen von ihnen bekommen, sodass dein Profil immer interessanter wird.

 

Kunden können dich über die Suche finden, wenn sie z.B. "Übersetzer" und deine Sprachkombinationen eingeben. Außerdem kannst du dir dort durch bereits bestehende Kontakte wiederum neue Kontake aufbauen und wirst anderen Kunden vorgeschlagen.

 

 

Nachteil der Plattformen:

Der Nachteil dieser Seiten ist, dass es keine oder kaum ernsthafte Aufnahmeprüfungen gibt. Das bedeutet, dass sich jederman anmelden kann und Übersetzungen anbieten kann, da auch die Berufsbezeichnung "Übersetzer" nicht geschützt ist.

Das kann dazu führen das Personen (mit oder ohne einschlägige Ausbildung) ihre Dienste für einen sehr niedrigen Preis anbieten und der Preiskampf zu unglaublich schlechter Bezahlung führt.

 

Dennnoch sind die Plattformen ein gutes Sprungbrett für die ersten Aufträge!
Viel Erfolg :)

 

 

2. Agenturen für Übersetzer

 

Du kannst dich in die Datenbank von Agenturen aufnehmen lassen, die dich dann bei passenden Aufträgen anfragen.

 

Dafür musst du meistens ein Formular ausfüllen, in dem du deine Tarife, Sprachkombinationen, Programmkenntnisse usw. angibst. Danach wird meistens eine Übersetzungsprobe gefordert, damit die Agentur sehen kann, welche Qualität deine Arbeit hat.

 

Hast du diese Schritte überstanden, wird dich die Agentur kontaktieren sobald es Aufträge gibt, die zu deinem Profil passen.

 

Du kannst diese dann annehmen oder ablehnen. Die Aufträge können oft kurzfristig sein und du musst schnell sein, damit du den Auftrag erhälst. Es ist also von Vorteil wenn man quasi ständig am Handy bzw. Email-Posteingang hängt (für mich definitiv ein Nachteil).

 

 

Das positive an der Arbeit mit Agenturen ist, dass du dich nicht selbst um die Kundenacquise kümmern musst. Dir werden passenden Aufträge vorgeschlagen und du kannst entscheiden.

 

 

Der Nachteil dabei ist, dass die Agentur natürlich auch an dem Auftrag verdienen will und muss.

Das bedeutet, dass das Geld was der Kunde bezahlt, zwischen dir und der Agentur aufgeteilt werden muss und du damit weniger verdienst.

Viele Agenturen bezahlen geringere Raten als ein Direktkunde und du hast weniger Verhandlungsspielraum, daher ist ein direkter Kunde für dich finanziell immer von Vorteil.

 

 

Es gibt unzählige Agenturen in allen Ländern. Du solltest deshalb darauf achten eine für dich attraktive Firma auszusuchen.

In meinem Fall sind das audiovisuelle Firmen, die hauptsächlich Synchronisation und Untertitelung anbieten. Für dich kann es ein Spezialgebiet wie Medizin oder Recht sein.

 

Viele Firmen sind auf Fachbereiche spezialisiert,einige z.B. auf alles rum um die Übersetzung von Texten bzw. Webseiten im Bereich Marketing, SEO, Online Businesses, und andere, die sich auf Entertainment (Tv-Serien, Filme...) spezialisieren, wieder andere die sich auf die Übersetzung von medizinischen Dokumenten spezialisieren usw.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist es, dir über dein Arbeitstempo und den damit verbundenen Tarifen klar zu werden, da du diesen mit der Firma verhandeln musst.

 

Damit du eine Idee bekommst verlinke ich dir hier mal einige Agenturen, bei denen du dich in die Datei der Freelancer aufnehmen lassen könntest:

 

 

Ich wünsch euch viel Erfolg bei eurem ersten Auftrag!!
Wenn noch irgendwelche Fragen offen sind, schreibt mir & ich gehe auf bestimmte Punkte nochmal in einem anderen Artikel ein.

 



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Was scheint dir am schwierigsten beim Einstieg als Übersetzer?? Hast du noch weitere Tipps, wie man sich den ersten Kunden angelt? Schreib's mir!

Ich freue mich auf eure hilfreichen Kommentare

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